Keyword-Recherche für Kanzleien ist die Zuordnung von Suchanfragen zu Mandatszielen und passenden Seiten. Eine Liste juristischer Begriffe genügt dafür nicht. Arbeitsrecht für Arbeitgeber, Hilfe nach einer Kündigung und die Suche nach einer bekannten Anwältin können dasselbe Fachgebiet betreffen, aber drei verschiedene Aufgaben für die Website erzeugen.

Das gewünschte Mandat als Ausgangspunkt festhalten

Schreiben Sie zunächst auf, welche Mandate die Kanzlei tatsächlich übernehmen möchte. Dazu gehören Rechtsgebiet, Mandantengruppe, geografischer Schwerpunkt und verfügbare Kapazität. Unterscheiden Sie laufende Beratung von einzelnen Streitfällen und lokale Betreuung von bundesweiter Spezialisierung.

Diese Angaben begrenzen die Recherche sinnvoll. Eine wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Kanzlei muss nicht jeden häufig gesuchten Begriff aus dem Familienrecht abdecken. Hohe Nachfrage wäre kein Vorteil, wenn das Angebot nicht dazu passt. Ebenso kann ein enges Thema wirtschaftlich interessant sein, obwohl ein Keyword-Werkzeug nur wenige oder keine belastbaren Werte liefert.

Eine kurze Zielbeschreibung ist oft hilfreicher als die Anweisung „Wir brauchen mehr Traffic“. Zum Beispiel: mehr arbeitsrechtliche Beratungsanfragen von Unternehmen, die regelmäßig Personal beschäftigen. Das ist ein Arbeitsauftrag für die Recherche, noch keine Prognose über erreichbare Mandate.

Suchbegriffe aus mehreren Quellen sammeln

Beginnen Sie mit den vorhandenen Leistungsseiten und den Fragen, die im Erstkontakt wiederkehren. Ergänzen Sie Suchvorschläge, sichtbare Wettbewerber und Daten aus der eigenen Search Console. Die Search Console bietet Einblicke in die Suchpräsenz der eigenen Website; sie ersetzt keine vollständige Marktübersicht.

Trennen Sie beobachtete Daten von Annahmen. Ein Begriff aus einem Gespräch ist eine qualitative Anregung. Ein Suchvolumen aus einem Werkzeug ist eine Schätzung für dessen Markt und Zeitraum. Eine Suchanfrage in der Search Console ist eine Beobachtung zur eigenen Website. Diese Quellen sollten in der Tabelle nicht dieselbe Bezeichnung „Nachfrage“ erhalten.

Dokumentieren Sie Datum, Land und gegebenenfalls Suchort. So lässt sich später erklären, warum ein Thema aufgenommen wurde und welche Informationen noch fehlen. Verzichten Sie auf scheinbar genaue Zahlen, wenn die Quelle keine belastbare Messung liefert.

Die Absicht hinter dem Begriff unterscheiden

Lesen Sie die tatsächlich sichtbaren Ergebnisse zu wichtigen Suchanfragen. Dominieren Kanzleiseiten, ausführliche Erklärungen, Verzeichnisse oder behördliche Informationen? Diese Beobachtung hilft bei der Entscheidung, ob eine Leistungsseite, ein Ratgeber oder überhaupt keine neue Seite passend ist.

„Anwalt Arbeitsrecht Arbeitgeber“ und „Was ist eine Abmahnung?“ sind kein automatisches Themenpaar für dieselbe Seite. Das eine kann die Auswahl anwaltlicher Unterstützung betreffen, das andere eine grundlegende Informationsfrage. Umgekehrt rechtfertigen kleine sprachliche Varianten nicht zwangsläufig getrennte Artikel.

Für die spätere Umsetzung ist das Briefing der Rechtsgebietsseiten entscheidend: Jede Seite erhält eine erkennbare Aufgabe. Die Startseite muss nicht sämtliche Anliegen im Detail erklären, und ein Ratgeber sollte nicht zur zweiten allgemeinen Angebotsseite werden.

Eine nachvollziehbare Zuordnungstabelle erstellen

Das folgende Schema ist ein illustratives Beispiel ohne gemessene Suchvolumina. Die Bezeichnungen zeigen, welche Entscheidung die Recherche vorbereiten soll.

Suchmuster Vermutete Absicht Vorläufige Seitenaufgabe
Arbeitsrecht für Arbeitgeber Anbieter oder laufende Beratung prüfen Fachseite zur Unternehmensberatung
Anwalt Kündigung plus Stadt Konkrete Unterstützung suchen Passende lokale Leistungsseite prüfen
Bedeutung einer Abmahnung Begriff oder Situation verstehen Fachlich geprüfter Ratgeber, falls relevant
Name einer Anwältin Person überprüfen Aktuelles Anwaltsprofil

Ergänzen Sie je Zeile die vorhandene URL, den fachlichen Verantwortlichen und den nächsten Prüfschritt. „Neue Seite“ ist dabei nur eine mögliche Entscheidung. Häufig sollte eine vorhandene Seite klarer ausgerichtet, ergänzt oder besser verlinkt werden.

Die Tabelle wird besonders wertvoll, wenn sie Gegenentscheidungen enthält. Notieren Sie beispielsweise, dass eine Anfrage außerhalb des angebotenen Rechtsgebiets liegt oder überwiegend nach kostenlosen Mustern sucht. Damit verhindern Sie, dass ausgeschlossene Themen später ungeprüft in den Redaktionsplan zurückkehren.

Überschneidungen vor der Textproduktion lösen

Prüfen Sie, ob mehrere vorhandene Seiten dieselbe Suchaufgabe übernehmen. Eine allgemeine Arbeitsrechtsseite, eine Arbeitgeberseite und mehrere nahezu identische Ortsseiten können sich inhaltlich stark überlagern. Das allein beweist noch kein Rankingproblem, verlangt aber eine klare Zuordnung.

Vergleichen Sie Inhalt, Zielgruppe, tatsächliches Angebot und Suchergebnisse. Wenn zwei Seiten dieselbe Aufgabe haben, muss nicht sofort gelöscht werden. Zuerst wird entschieden, welche Seite künftig welche Rolle erfüllt. Änderungen an URLs oder Weiterleitungen benötigen einen gesonderten Umsetzungsplan.

Google empfiehlt hilfreiche, auf Menschen ausgerichtete Inhalte. Eine Sammlung geringfügig variierter Suchbegriffe ist deshalb kein ausreichendes Briefing für dutzende neue Seiten. Jeder Entwurf braucht einen konkreten Nutzen für seine Leser.

Recherche und Redaktionsarbeit verbinden

Aus der Keyword-Tabelle entsteht ein Arbeitsplan mit Prioritäten. Bestehende, fachlich passende Leistungsseiten kommen häufig vor neuen Randthemen. Für jede geplante Veröffentlichung werden Informationsbedarf, Quellen, fachliche Freigabe und interne Verknüpfungen festgelegt.

Der Leitfaden zum Kanzleiblog zeigt, wie Themen in einen überprüfbaren Redaktionsablauf überführt werden. Dabei bleibt die Auswahl der Themen mit den Mandatszielen verbunden. Die Zahl veröffentlichter Beiträge ist kein Ersatz für diese Abstimmung.

Nachfrage regelmäßig neu einordnen

Nach der Umsetzung vergleichen Sie die vorgesehenen Suchthemen mit den tatsächlich beobachteten Anfragen und Zielseiten. Werden überwiegend unpassende Fragen gestellt, überprüfen Sie Zielgruppe und Inhalte, bevor Sie das Themenvolumen erhöhen. Auch veränderte Kapazitäten oder neue Schwerpunkte der Kanzlei können die Prioritäten verschieben.

Für kurzfristig benötigte Sichtbarkeit lohnt zusätzlich die sachliche Einordnung von SEO und Google Ads. Bei unserer Suchmaschinenoptimierung für Kanzleien bildet die Recherche zusammen mit Asset-Audit und Wettbewerbsvergleich die Grundlage des vereinbarten SEO-Plans.